Gastbeitrag: Die 6 häufigsten Hindernisse beim Abnehmen (und wie man sie vermeidet)

Ernährung ist eine individuelle Sache. Wie kein Ei dem anderen gleicht, so gleicht auch kein Mensch dem anderen. Nicht nur, was Geschlecht, Körperbau und Lebenswandel betrifft. Auch die Ziele, die mit der Ernährung verfolgt werden können, sind äußerst unterschiedlich.

Ein gemeinsames Ziel wird jedoch von vielen Menschen genannt: sie wollen mit ihrer Ernährung  ihre Körperkomposition verbessern. Kurz, sie wollen abnehmen. Doch nicht selten scheitern solche Vorhaben.

Dieser Beitrag soll helfen, ein paar dieser Stolpersteine aufzudecken, die den Abnehmerfolg sabotieren können.

Dies ist ein Gastbeitrag von Tobias, Biohacker und Selbstoptimierer. Er ist Autor und Blogger. In seinen Artikeln gibt er seinen Erfahrungsschatz aus jahrelangem Biohacking weiter, welcher sich auf eine gesunde Ernährung, mehr mentalen Fokus und einem besseren Schlaf bezieht. Mehr über Tobias findest du auf seiner Website BrainPerform.

Die 6 häufigsten Hindernisse beim Abnehmen (und wie man sie vermeidet)

Kommt dir das Abnehmen auch manchmal so schwer vor?

Oder hast Du im Rahmen Deiner Diät manchmal das Gefühl, dass Du zwar alles richtig machst, aber trotzdem nicht die gewünschten Resultate erzielst?

Tatsächlich könnte das daran liegen, dass Du Deinen Fortschritt unbemerkt sabotierst, indem Du irreführende oder veraltete Diät- und Abnehmmythen befolgst.

In diesem Blogpost möchte ich dir heute die 6 häufigsten Fehler verraten, die Menschen immer wieder machen, wenn sie versuchen abzunehmen.

Das Ergebnis dieser Fehler ist dann, dass sie frustriert aufgeben und wieder in alte Gewohnheit verfallen – und immer noch nicht die Figur haben, die sie sich wünschen.

So ging es mir vor ein paar Jahren ebenfalls. Ich versuchte seit Monaten verzweifelt, Gewicht zu verlieren und endlich den Körper zu bekommen, den ich mir wünschte. Heute weiß ich, dass ich genau diese Fehler gemacht habe, die ich dir in diesem Artikel vorstelle. Das hat meinen Abnehmerfolg behindert.

Als ich erkannt hatte, was ich falsch machte, stellte sich schnell ein positives Gefühl ein und heute habe ich die Figur, die ich mir immer wünschte.

Los geht´s also mit dem ersten typischen Fehler, wenn man versucht abzunehmen.

1. Sich nur auf die Waage zu konzentrieren

Es kommt sehr oft vor, dass man das Gefühl hat nicht schnell genug Gewicht zu verlieren, obwohl man sich fest an die Diät hält.

Jedoch präsentiert uns die Zahl auf der Waage nur eine Messung unserer Gewichtsveränderung. Das Gewicht selber wird durch verschiedene andere Dinge beeinflusst. Dazu gehören zum Beispiel Abweichungen der Flüssigkeit und der übrig gebliebenen Nahrung in unserem Körper.

Genau genommen kann das Gewicht im Laufe des Tages bis zu 1.8 kg schwanken, abhängig davon wie viel Lebensmittel und Getränke wir zu uns genommen haben.

Bei Frauen kann eine Zunahme des Östrogenspiegels zusätzlich zu einem größeren Wasserrückhalt führen, was sich auf der Waage bemerkbar macht.

Falls sich die Zahl auf der Waage nicht bewegt, kann es also durchaus sein, dass Du trotzdem Fett verlierst, aber Wasser zurückgehalten wird.

Glücklicherweise gibt es jedoch zahlreiche Möglichkeiten Wassergewicht zu verlieren.

Außerdem ist es so, dass Du nach dem Training an Muskelmasse gewinnst und zeitgleich Fett abbaust.

Deine Kleidung fühlt sich dann lockerer an, vor allem in der Taille, und das obwohl das Gewicht auf der Waage unverändert bleibt.

Mache doch mal einen kleinen Test und messe Deine Taille mit einem Maßband.

Halte die Veränderungen dann monatlich mit Hilfe von Fotos fest und überzeuge Dich selbst davon, dass Du tatsächlich Dein Fett reduzierst, obwohl sich die Zahl auf der Waage nicht ändert.

2. Eine zu große oder zu geringe Kalorienaufnahme

Abnehmen ist im Prinzip eigentlich ganz einfach.

Kaloriendefizit ist das Stichwort. Nimm weniger Kalorien zu dir, als du benötigst – und du wirst Gewicht verlieren (vereinfacht gesagt).

Um während einer Diät, zum Beispiel im Rahmen einer ketogenen Ernährung Gewicht zu verlieren benötigt man ein Defizit an Kalorien.

Das bedeutet im Klartext, dass Du mehr Kalorien verbrennen musst, als dass Du aufnimmst.

Schon seit vielen Jahren glaubt man, dass eine Reduktion auf 3.500 Kalorien pro Woche einen Fettverlust von 0.45 kg hervorrufen würde.

Vielleicht hast Du das Gefühl, dass Du gar nicht so viele Kalorien konsumierst.

Es ist jedoch so, dass die meisten dazu tendieren, das, was wir täglich essen, zu unterschätzen bzw. zu geringe Angaben zu der Menge zu machen.

Eine zwei-wöchige Studie zeigte, dass 10 übergewichtige Menschen angaben 1000 Kalorien pro Tag aufzunehmen. Die Laborwerte hingegen klärten darüber auf, dass sie tatsächlich rund 2000 Kalorien täglich zu sich nahmen.

Möglicherweise ist es auch so, dass Du zu viele Nahrungsmittel konsumierst, die gesund sind, aber eine hohe Anzahl von Kalorien haben. Das ist zum Beispiel bei Nüssen und Käse der Fall. Das Geheimnis liegt also darin auf die richtige Portion zu achten.

Andererseits kann es auch kontraproduktiv sein, wenn Du Deine Kalorienzufuhr zu sehr beschränkst.

Studien, die sich mit kalorienarmen Diäten beschäftigten, ergaben, dass 1000 Kalorien pro Tag sogar zum Verlust von Muskelmasse führen können und den Stoffwechsel erheblich verlangsamen.

3. Eine unzureichende Aufnahme von Protein

Ausreichend Protein aufzunehmen ist enorm wichtig, wenn Du versuchst Dein Gewicht zu reduzieren.

Genau genommen hat sich gezeigt, dass Protein Dir auf zahlreiche Weise bei der Gewichtsabnahme helfen kann.

Es kann den Appetit verringern, das Gefühl satt zu sein verstärken und die Kalorienzufuhr senken. Zugleich verstärkt es den Stoffwechsel und schützt die Muskelmasse während der Gewichtsreduktion.

Während einer 12-tägigen Studie haben die Testpersonen sich an eine Diät von 30 % Kalorien aus Proteinen gehalten. Es stellte sich heraus, dass sie im Durchschnitt 575 weniger Kalorien pro Tag aufnahmen, als zu dem Zeitpunkt als sie 15 % Kalorien aus Proteinen verzehrten.

Ein weiterer Bericht ergab, dass proteinreiche Diäten, die sich an 0.6–0.8 Gramm Protein pro Pfund (1.2–1.6 g/kg) hielten von einer Zügelung des Appetits und der gesamten Körperstatur profitieren können.

Um Deinen Gewichtsverlust zu optimieren, solltest Du also sicherstellen, dass Deine Mahlzeiten Lebensmittel mit hohen Proteingehalt beinhalten. Fisch, Eier, grünes Gemüse, Fleisch und einige Milchprodukte sind eine gute Wahl.

4. Du trinkst zu viel Zucker

Viele Menschen entfernen Erfrischungsgetränke und gesüßte Drinks aus ihrem Diätplan, in der Hoffnung Gewicht zu verlieren. Das ist natürlich eine gute Sache.

Jedoch ist es nicht ratsam stattdessen zu Fruchtsaft zu greifen.

Es wurde festgestellt, dass selbst Fruchtsaft, der angeblich zu 100 % aus Früchten besteht mit Zucker angereichert wurde. Dies wiederum kann zu ähnlichen Problemen der Gesundheit und des Gewichtes führen, die durch gesüßte Getränke wie Limonade und Cola entstehen.

Es ist zum Beispiel so, dass 320 Gramm ungesüßter Apfelsaft 36 Gramm Zucker enthält. Das ist sogar mehr als 12 Gramm wie bei Coca Cola. Kaum zu glauben oder?

Des Weiteren scheinen flüssige Kalorien das Zentrum in unserem Gehirn, welches für den Appetit zuständig ist, nicht so sehr zu beeinflussen wie die Kalorien fester Lebensmittel.

Studien ergaben, dass Du am Ende wahrscheinlich im Großen und Ganzem mehr Kalorien konsumierst anstatt die flüssigen Kalorien zu kompensieren, indem Du tagsüber weniger isst.

5. Du isst zu oft (selbst wenn Du keinen Hunger hast)

Viele Jahre lang wurde der übliche Rat verteilt, der besagt, dass man alle paar Stunden eine kleine Mahlzeit essen sollte.

Das Ziel war es somit dem Hunger vorzubeugen und einen Rückgang im Stoffwechsel zu verursachen.

Leider kann diese Technik jedoch dazu führen, dass im Laufe des Tages zu viele Kalorien verzehrt werden. Du wirst Dich also niemals vollkommen satt fühlen.

In einer Studie kam sogar heraus, dass der Blutzuckerspiegel und der Appetit sich senken, während sich der Stoffwechsel und das Gefühl satt zu sein, sich verstärkt haben.

Bei dieser Studie wurden Männer untersucht, die einmal nur 3 Mahlzeiten verzehrten und ein anderes Mal 14 Mahlzeiten innerhalb von 36 Stunden zu sich nahmen.

Auch der Ratschlag jeden morgen ein Frühstück, ungeachtet des Hungers, zu verzehren, scheint irreführend zu sein. Ich empfehle jedem dazu sich mal mit dem Thema zu beschäftigen. Ich persönlich verzichte nun schon seit über einem Jahr auf mein Frühstück und esse nur in einem Zeitfenster von 7-8 Stunden pro Tag. Die andere Zeit faste ich und nehme keine Nahrung zu mir.

Das ist einer der einfachsten und besten Tipps, die ich dir geben kann. Durch das intermittierende Fasten stärkst du deine Gesundheit und es hat viele nachgewiesene Vorteile für den Fettabbau, dein Immunsystem, deine Denkleistung und die allgemeine Gesundheit.

Im Rahmen einer Studie haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Personen, die auf das Frühstück verzichteten, mittags mehr Kalorien aufnahmen, als wenn sie morgens eine Mahlzeit verzehrt hätten.

Jedoch haben sie im Durchschnitt 408 weniger Kalorien über den gesamten Tag verteilt aufgenommen.

Das Geheimnis einer erfolgreichen Gewichtsreduktion scheint also darin zu bestehen nur dann zu essen wenn Du hungrig bist. Und wirklich nur dann.

Allerdings ist es genauso schlecht zu hungrig zu werden. Viel besser ist es sich einen kleinen Snack zu genehmigen als Heißhunger zu verursachen.

Der berühmt-berüchtigte Heißhunger führt nämlich in den meisten Fällen zu äußerst ungünstigen Entscheidungen beim Essen.

6. Unrealistische Erwartungen haben

Natürlich motiviert Dich ein Gewichtsverlust und das Erreichen von anderen Zielen, die mit Deiner Gesundheit zu tun haben.

Allerdings können unrealistische Erwartungen Deine Stimmung drücken und Dich ungünstig beeinflussen.

Forscher haben die Daten verschiedener Programme in Abnehmkliniken miteinander verglichen. Sie berichteten, dass diejenigen übergewichtigen und fettleibigen Frauen mit den höchsten Erwartungen eines Gewichtsverlustes, das Programm mit der höchsten Wahrscheinlichkeit innerhalb von 6 bis 12 Monaten vorzeitig verließen.

Passe Deine Erwartungen also unbedingt an und setze Dir zunächst ein etwas realistischeres und bescheideneres Ziel. Solch ein Ziel könnte es zum Beispiel sein 10 % Gewicht in einem Jahr zu verlieren.

Dieser Trick bewahrt Dich davor entmutigt zu werden und erhöht zugleich Deine Erfolgsaussichten.

Welche Stolpersteine, die den Abnehmerfolg erschweren oder behindern können, kennst du?

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